Files
nexarch/archive/docs/BAK-07-PRUEFPROTOKOLL.md
T
sysops 004c6fab62 docs(archive): BAK-07 dokumentiert fehlende Rotations-Kohaerenz
Nutzerfrage: DB- und Objekt-Rotation laufen unabhaengig, kein Test/
Invariant stellt sicher, dass aeltester erreichbarer Snapshot und
aelteste erreichbare DB-Generation zeitlich zusammenpassen. Aktuell
identische keep-Werte sind Zufall, kein erzwungenes Verhalten - als
Folgepunkt dokumentiert, nicht Teil des Tickets.
2026-08-30 00:54:02 +02:00

113 lines
6.3 KiB
Markdown
Raw Blame History

This file contains ambiguous Unicode characters
This file contains Unicode characters that might be confused with other characters. If you think that this is intentional, you can safely ignore this warning. Use the Escape button to reveal them.
# BAK-07 Prüfprotokoll: Aufbewahrungsfrist für Backup-Snapshots
Voraussetzung BAK-01, BAK-02 erledigt, siehe eigene Protokolle.
## Grundsatzentscheidung: restic-native Staffelung für Objekte, eigene GFS-Funktion für DB-Generationen
Objekt-Storage (BAK-02): restic beherrscht gestaffelte Aufbewahrung
bereits nativ (`forget --keep-daily/--keep-weekly/--keep-monthly`) —
kein Eigenbau, `internal/objectbackup.PruneTiered` ist ein dünner
Wrapper (dieselbe Disziplin wie beim ursprünglichen
restic-statt-Eigenbau-Entscheid in BAK-02).
Datenbank-Generationen (BAK-01): `pg_basebackup` kennt keine
Staffelung, daher `internal/backup.PruneTiered` als reine Funktion
(GFS-Prinzip: je Granularität Tag/Woche/Monat wird pro Zeitfenster die
NEUESTE Generation behalten, bis die konfigurierte Fensteranzahl
erreicht ist) — ohne Dateisystemzugriff testbar, `PruneRotate` führt die
tatsächliche Löschung anhand des Ergebnisses aus (analog zu BAK-01s
bestehendem `Rotate`).
Beide Policies sind über Umgebungsvariablen konfigurierbar
(`NEXARCH_BACKUP_KEEP_DAILY/WEEKLY/MONTHLY`,
`NEXARCH_OBJECTBACKUP_KEEP_DAILY/WEEKLY/MONTHLY`), nicht hart codiert
(Ticket-Vorgabe). Bestehende flache "letzte N"-Rotation
(`NEXARCH_*_KEEP_GENERATIONS`/`KEEP_SNAPSHOTS`) bleibt als Fallback
erhalten, falls keine Staffelung gesetzt ist — kein Bruch für bestehende
Deployments.
## Sicherheitsnetz für Akzeptanzkriterium 3 (Legal-Hold-Kollision)
`internal/backup.PruneTiered` behält STRUKTURELL immer die neueste
Generation, unabhängig von der konfigurierten Staffelung — ein
Dokument, das in der neuesten (immer behaltenen) Sicherung enthalten
ist, bleibt also immer wiederherstellbar, unabhängig von einer
laufenden RET-03/CMP-06-Aufbewahrungssperre (die dieses Ticket, Archive
BAK-Modul, ohnehin nicht direkt anfasst — Sperren sind DMS/RET-Eigentum,
kein Import-Ziel für Archive per "kein Umbau angrenzender Bereiche").
Für Objekt-Storage ist die äquivalente Eigenschaft restics eigene
Garantie: `forget --prune` entfernt niemals Datenblöcke, die ein
BEHALTENER Snapshot noch referenziert (Content-defined Chunking +
Referenzzählung) — real bewiesen, nicht nur behauptet (siehe Prüfung 3).
## Umsetzung
- `internal/backup.RetentionPolicy`/`PruneTiered` (`retention.go`) —
reine GFS-Funktion.
- `internal/backup.PruneRotate` (`rotate.go`) — führt `PruneTiered`
tatsächlich gegen das Sicherungsverzeichnis aus.
- `internal/objectbackup.RetentionPolicy`/`PruneTiered` (`restic.go`) —
Wrapper um restics native Staffelung.
- `cmd/backup-cli rotate` / `cmd/objectbackup-cli rotate` — nutzen die
gestaffelte Policy, wenn konfiguriert, sonst weiterhin die flache
Regel (Abwärtskompatibilität).
## Prüfungen
| # | Prüfung | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1 | Prune-Test mit simulierten Snapshots über mehrere Altersstufen ergibt korrekte Staffelung | **bestanden**`TestPruneTiered_KeepsCorrectStaggering` (Datenbank, reine Funktion, simulierte Generationen über Tage/Wochen/Monate) UND `TestPruneTiered_KeepsCorrectStaggering_RealSnapshots` (Objekt-Storage, ECHTE restic-Snapshots mit erzwungenem Zeitstempel `restic backup --time`, `KeepDaily=3` reduziert 10 reale Snapshots korrekt auf 3) |
| 2 | Automatisierte Löschung abgelaufener Snapshots im Test nachgewiesen | **bestanden**`TestPruneRotate_DeletesOnlyExpiredGenerations`: reales Verzeichnis, abgelaufene Generation tatsächlich vom Dateisystem entfernt, aktuelle unangetastet; real auf 131: `backup-cli rotate` und `objectbackup-cli rotate` über systemd ausgelöst, Journal zeigt „gestaffelte rotation abgeschlossen“ |
| 3 | Legal-Hold-Test bestätigt, dass Pruning nicht mit Dokumenten-Retention kollidiert | **bestanden**`TestPruneTiered_AlwaysKeepsNewest` (Datenbank-Sicherheitsnetz: neueste Generation immer behalten, selbst bei Policy 0/0/0) UND `TestPruneTiered_KeptSnapshotStillFullyRestorable` (Objekt-Storage, real: 5 ältere Snapshots eines Dokuments weggeprunt, verbleibender Snapshot danach vollständig und inhaltlich korrekt wiederhergestellt, zusätzlich `restic check --read-data` bestätigt Datenintegrität nach dem Pruning) |
Zusätzlich: `TestPruneTiered_DeterministicForIdenticalInput`.
## Echte Verdrahtung auf 192.168.1.131
- `backup-cli`, `objectbackup-cli` neu gebaut mit der gestaffelten
Rotations-Logik
- `/etc/nexarch/archive-backup.env` und
`/etc/nexarch/archive-objectbackup.env` um
`KEEP_DAILY=14`/`KEEP_WEEKLY=12`/`KEEP_MONTHLY=12` ergänzt
- Beide `*-rotate.service` real über `systemctl start` ausgelöst —
Journal bestätigt den neuen Pfad ("gestaffelte rotation
abgeschlossen"/"... entfernt: [...]"), nicht mehr die alte flache
Regel
## Build/Test-Ergebnis (192.168.1.131, `make check`)
```
go build ./... -> clean
go vet ./... -> clean
golangci-lint run ./... -> 0 issues
go test ./... -p 1 -count=1 -> 7/7 Pakete mit Tests ok, 0 Fehlschläge
```
## Bekannte Lücke: keine Kohärenz zwischen DB- und Objekt-Rotation
Beide Rotationswege laufen als UNABHÄNGIGE systemd-Timer mit eigener
Kadenz und eigener Policy-Auswertung — nichts stellt sicher, dass der
älteste noch erreichbare restic-Snapshot und die älteste noch
erreichbare DB-Generation denselben Zeitpunkt abdecken. Die aktuelle
Konfiguration (`KEEP_DAILY=14`/`KEEP_WEEKLY=12`/`KEEP_MONTHLY=12` auf
beiden Seiten identisch) ist eine ZUFÄLLIGE Übereinstimmung, kein
getestetes oder erzwungenes Invariant — ein restic-Snapshot ohne
zeitlich passende DB-Generation wäre ein inkonsistenter Restore-Punkt
(Objekte ohne zugehörige `file_revisions`-Metadaten oder umgekehrt).
Nicht Teil dieses Tickets (BAK-07 fordert nur je Sicherungsart eine
konfigurierbare Staffelung, kein Cross-Artefakt-Alignment) — als
dokumentierter Folgepunkt festgehalten, nicht stillschweigend
übergangen: ein künftiges Ticket müsste entweder die Policies fest
koppeln oder bei Restore-Zeitpunkt-Wahl (BAK-03) explizit warnen, wenn
kein zeitlich passendes Gegenstück mehr existiert.
## Gesamtergebnis
**Bestanden.** Alle drei Akzeptanzkriterien und alle drei
Pflichtprüfungen real erfüllt — sowohl mit simulierten (Datenbank) als
auch mit tatsächlich zeitversetzt erzeugten, realen restic-Snapshots
(Objekt-Storage). Ein realer Formatfehler beim Testaufbau gefunden und
behoben (restics `--time`-Flag erwartet sein eigenes Format, nicht
RFC3339). Beide Rotations-Wege real über systemd auf 192.168.1.131
ausgelöst, nicht nur isolierter Testcode.