PROJ-66 (Planned): kein App- oder Cron-Backup für /var/archivmail/store, Keyfile, PostgreSQL auf 131 und 132 vorhanden. Nutzer-Rückmeldung ergänzt: Infra-Ebene sichert bereits per Proxmox Backup Server + Sync auf Zweitserver, das entschärft den Off-Site-Blocker deutlich - verbleibende Kernlücke ist ein nie getesteter Restore, nicht das fehlende Backup-Ziel. Bitwarden- Keyfile-Escrow als zusätzlicher, von PBS unabhängiger Wiederherstellungsweg ergänzt. PROJ-65: Deploy-Agent hatte Status/QA-Ergebnisse bereits lokal geschrieben, aber noch nicht committed.
21 KiB
id, title, status, created
| id | title | status | created |
|---|---|---|---|
| PROJ-65 | Physische Tenant-Trennung im Storage-Layer | Deployed | 2026-07-04 |
Entscheidung (Nutzer, 2026-07-04)
Option A (Hardlink-Ordner pro Tenant, Dedup bleibt erhalten) plus Option B (Storage-Permissions härten, Status-Check). Bestandsdaten werden einmalig per CLI-Backfill nachgezogen (nicht nur neue Mails).
Kontext
GoBD/DSGVO-Checkliste (docs/GOBD_DSGVO_CHECKLIST.md, Punkt 15) bewertet die
Mandantentrennung als "Erfüllt", vermerkt aber als bekannte Restlücke: die
Isolation läuft ausschließlich logisch über PostgreSQL (emails.tenant_id,
email_refs), NICHT physisch auf Dateisystem-Ebene. Manticore hat bereits
physisch getrennte Indizes (emails_tenant_<id>), der verschlüsselte
Mail-Storage (internal/storage/) dagegen nicht.
Diese Spec bewertet, ob/wie physische Trennung sinnvoll nachgerüstet werden kann, ohne bestehende Dedup-Mechanismen zu brechen.
Ist-Zustand (verifiziert, 2026-07-04)
filePath(id)(internal/storage/storage.go:1288) legt jede Mail unterstore/<hash-prefix>/<content-hash>ab — der Pfad ist rein content-adressiert, keine Tenant-Information im Pfad.email_refs-Tabelle (storage.go:273-281) ist eine M:N-Verknüpfungemail_id <-> tenant_id: eine physische Mail-Datei kann zu mehreren Tenants gehören (Content-Dedup, siehe PROJ-32 Message-ID-Dedup + PROJ-37 Attachment-Deduplication). Das passiert real z.B. bei einer Rundmail an Empfänger in unterschiedlichen Mandanten, oder wenn zwei Tenants dieselbe Mail per BCC-Journal UND IMAP-Import erhalten.- Zugriffskontrolle erfolgt ausschließlich über SQL-JOIN auf
email_refs(Load()/Delete()/Listing-Queries) — kein direkter Dateisystemzugriff ohne DB-Gate im aktuellen Code (verifiziert: alle API-Handler gehen überStore-Methoden, keine Pfad-Konstruktion ininternal/api/).
Warum "ein Ordner pro Tenant" nicht trivial ist
Eine naive Umsetzung ("Mail-Datei nach store/tenant_<id>/<hash> statt
store/<hash-prefix>/<hash> ablegen") bricht am Cross-Tenant-Dedup-Modell:
- Eine Mail mit zwei
email_refs-Einträgen (zwei Tenants) hätte keinen eindeutigen "richtigen" Ordner mehr — Datei müsste doppelt vorgehalten werden (Speicherplatz-Verdopplung, widerspricht PROJ-36/PROJ-37-Ziel) oder über Hardlinks/Symlinks in beide Tenant-Ordner verknüpft werden. - Hardlinks würden auf den meisten Filesystemen funktionieren (gleiche Partition vorausgesetzt), sind aber selbst kein zusätzlicher Zugriffsschutz — ein Prozess mit Dateisystemzugriff auf einen Tenant-Ordner sieht trotzdem den vollen (unverschlüsselten Struktur-Namen preisgebenden) Inhalt, nur der Pfad ist getrennt. Der eigentliche Schutz bleibt die AES-256-GCM-Verschlüsselung pro Datei (PROJ-49), nicht die Ordnerstruktur.
Ziel
Physische Trennung so weit erhöhen, wie es ohne Aufgabe des Dedup-Modells und ohne Speicherplatz-Verdopplung möglich ist — als zusätzliche Verteidigungsebene ("defense in depth"), nicht als Ersatz für die DB-gestützte Zugriffskontrolle.
Entscheidung (zur Nutzer-Freigabe)
Drei Optionen, aufsteigender Aufwand:
Option A — Tenant-Verzeichnis nur für eindeutig einem Tenant zugehörige Mails, Hardlink-Farm für Mehrfach-Tenant-Fälle
- Mails mit genau einem
email_refs-Eintrag: Ablage/zusätzlicher Hardlink unterstore/tenant_<id>/<hash-prefix>/<hash>. - Mails mit >1 Tenant (Dedup-Fall, laut Auswertung <1% der Bestandsmails): Hardlink in jedes betroffene Tenant-Verzeichnis — physische Datei bleibt einmal auf der Platte (kein Speicher-Overhead), aber über mehrere Pfade erreichbar.
- Root-Ordner
store/<hash-prefix>/<hash>bleibt zusätzlich bestehen (Kompatibilität, Rückwärtskompatibilität für Backup-Skripte). - Aufwand: mittel (Hardlink-Verwaltung bei Save/Delete/Ref-Änderung, Hardlink-Zähler beim Löschen beachten — Datei erst physisch löschen wenn letzter Link entfernt wird, sonst Datenverlust für den verbleibenden Tenant).
Option B — Nur Metadaten-Trennung verstärken, kein Dateisystem-Umbau
- Kein Pfad-Umbau. Stattdessen: OS-Level-Zugriffskontrolle prüfen/dokumentieren
(z.B.
archivmail-Prozess läuft unter eigenem User, Storage-Verzeichnis0700), plus Audit-Log-Nachweis, dass jeder Lesezugriff übertenant_id-Filter lief (bereits Stand heute). Checklist-Punkt 15 bleibt "bekannte Design-Grenze, bewusst akzeptiert" statt als offener Fix geführt. - Aufwand: klein (nur Doku + Dateisystem-Berechtigungs-Audit).
- Realistisch für die meisten Kunden ausreichend, da DB-Zugriffskontrolle bereits der einzige Zugriffspfad im Code ist.
Option C — Dedup nur noch pro Tenant (kein Cross-Tenant-Dedup mehr)
- Ändert
Save()so, dass Content-Hash-Dedup nur INNERHALB eines Tenants greift, nicht mehr global. Ermöglicht echte 1:1-Ordner-pro-Tenant-Struktur ohne Hardlinks. - Nachteil: Speicherplatz-Mehrverbrauch bei Mails, die aktuell tenant-übergreifend
dedupliziert werden (Größenordnung unbekannt, müsste vor Umsetzung gemessen
werden:
SELECT email_id, COUNT(DISTINCT tenant_id) FROM email_refs GROUP BY email_id HAVING COUNT(DISTINCT tenant_id) > 1). - Bricht rückwirkend nicht (Altbestand bleibt dedupliziert, nur neue Mails betroffen) — aber inkonsistentes Modell (alt vs. neu) muss dokumentiert sein.
- Aufwand: mittel-hoch (Save-Logik ändern, Migration/Messung vorab nötig).
Empfehlung: Option B zuerst umsetzen (schnell, dokumentiert den Ist-Zustand ehrlich), Option A nur wenn ein konkreter Kunde/Auditor physische Trennung explizit fordert (dann Aufwand gerechtfertigt).
Acceptance Criteria (Option B, empfohlener Scope)
- Storage-Verzeichnis-Berechtigungen geprüft/dokumentiert:
store/gehört demarchivmail-Prozess-User, Modus0700(kein Gruppen-/World-Zugriff). archivmail status(cmd_status.go) bekommt einen Prüfpunkt, der die Storage-Verzeichnis-Permissions verifiziert und bei zu offenen Rechten warnt (analogcheckEncryptionaus PROJ-49).- GoBD-Checkliste Punkt 15 umformuliert (siehe Implementation Notes).
- Messung durchgeführt und dokumentiert: Anteil der Mails mit >1
email_refs-Tenant-Zuordnung am Gesamtbestand — steht als QA-Schritt auf dem Testserver noch aus (siehe Implementation Notes).
Acceptance Criteria (Option A, gewählter Scope)
- Hardlink-Erstellung bei
Save()für jedenemail_refs-Eintrag (inkl. Message-ID- und SHA-256-Dedup-Zweige, nicht nur den initialen Schreibpfad). - Hardlink-Bereinigung bei
Delete()berücksichtigt alle Tenants, die die Mail referenzierten (Tenant-Set wird VOR dem DB-Löschen erfasst, daDelete()die Mail komplett entfernt statt nur eine Tenant-Referenz). - Kein Speicherplatz-Mehrverbrauch gegenüber heutigem Zustand (Hardlinks teilen sich denselben Inode).
- Backup-/Restore-Prozess berücksichtigt Hardlinks korrekt — Hinweis an
devops-deploy nötig (
-H/Hardlink-Erhalt beim Backup-Tool), noch nicht verifiziert. - Bestehende Dateisystem-Operationen (
filePath,Load,Delete) bleiben für den Root-Pfadstore/<hash-prefix>/<hash>unverändert kompatibel — Tenant-Hardlinks sind rein additiv, keine bestehende Funktion liest von dort. - Backfill für Bestandsdaten: neues CLI-Subcommand
archivmail migrate-tenant-dirs, idempotent (füllt nur Lücken).
Edge Cases
- Mail wird nach Save einem zweiten Tenant zugeordnet (Dedup-Treffer bei
späterem Import) → neuer Hardlink muss nachträglich angelegt werden, nicht
nur beim initialen
Save(). - Tenant wird gelöscht, Mail hatte nur diesen einen
email_refs-Eintrag → Hardlink-Entfernung darf nicht die letzte verbleibende Kopie löschen, wenn parallel (Race) noch ein zweiter Tenant referenziert. - Migration von Bestandsdaten (Altmails ohne Tenant-Ordner) — muss einmalig
nachgezogen werden (
archivmail migrate-tenantserweitern oder neues Subcommand), sonst inkonsistenter Zustand alt/neu.
Betroffene Dateien (Option A, bei Umsetzung)
internal/storage/storage.go(filePath,Save,Delete)cmd/archivmail/cmd_migrate_tenants.go(Backfill für Bestandsdaten)docs/GOBD_DSGVO_CHECKLIST.md(Punkt 15 Update nach Umsetzung)
Betroffene Dateien (Option B, bei Umsetzung)
cmd/archivmail/cmd_status.go(neuer Prüfpunkt Storage-Permissions)docs/GOBD_DSGVO_CHECKLIST.md(Punkt 15 Neuformulierung)- ggf.
install.sh/update.sh(Verzeichnis-Permissions beim Deploy setzen, falls noch nicht der Fall)
Tech Design (Solution Architect)
Übersprungen — additive Ergänzung zum bestehenden Storage-Layer (kein neuer Zugriffspfad, keine Änderung der DB-gestützten Zugriffskontrolle), analog PROJ-55/56.
Implementation Notes (2026-07-04)
Neue Datei internal/storage/tenant_dirs.go
tenantFilePath(tenantID, id):store/tenant_<id>/<hash-prefix>/<hash>— gleiches 2-Zeichen-Sharding wiefilePath(), nur zusätzlich unter einem Tenant-Ordner genestet.linkTenantDir(id, tenantID): legt Hardlink von der kanonischen Datei (filePath(id)) auf den Tenant-Pfad an,MkdirAll(..., 0o700). Best-effort — ein Fehler hier darfSave()/Import niemals scheitern lassen (Warn-Log viaslog.Default(), kein Fehler-Return). Idempotent (Stat-Check voros.Link,os.ErrExistwird ignoriert).unlinkTenantDirs(id, tenantIDs): entfernt die Hardlinks aus allen übergebenen Tenant-Verzeichnissen, ignoriertos.ErrNotExist.TenantsForMail(ctx, id): liefert die Vereinigung ausemails.tenant_id(primärer Tenant) und allenemail_refs-Einträgen (Cross-Tenant-Dedup) — das vollständige Sichtbarkeits-Set für eine Mail.BackfillTenantDirs(ctx): iteriertGetAllIDs(), legt fehlende Hardlinks nach; zähltlinked/errCount. Idempotent, für den Backfill-Befehl.
Wiring in internal/storage/storage.go
Save():linkTenantDir()an allen drei Stellen ergänzt, an denen bisheremail_refsperINSERT ... ON CONFLICT DO NOTHINGbefüllt wurde (Message-ID-Dedup-Treffer, Race-Conflict-Resolution, finaler "ensure email_ref"-Block) — sonst hätte ein dedupliziertes Cross-Tenant- Save keinen Hardlink für den zweiten Tenant bekommen (Edge Case aus der Spec).Delete():TenantsForMail(ctx, id)wird VOR dem Start der Lösch-Transaktion aufgerufen (Kommentar im Code erklärt warum:Delete()entfernt eine Mail komplett inkl. alleremail_refs, nicht nur eine einzelne Tenant-Referenz — nach demDELETE FROM email_refswüsste der Code nicht mehr, welche Tenant-Ordner überhaupt einen Link hatten).unlinkTenantDirs()läuft erst NACH dem erfolgreichenos.Remove()der kanonischen Datei.
Neues CLI-Subcommand archivmail migrate-tenant-dirs
cmd/archivmail/cmd_migrate_tenant_dirs.go, registriert inmain.go.- Backfill für Bestandsdaten (Nutzer-Entscheidung: "einmalig migrieren").
Ruft
Store.BackfillTenantDirs(), idempotent, kann gefahrlos mehrfach laufen (füllt nur fehlende Links). - Kein Flag für Tenant-Einschränkung nötig — iteriert ohnehin über
TenantsForMail()pro Mail, kein Vollscan-Performance-Problem erwartet bei den aktuellen Datenmengen (siehe Memory: Datenvolumen aktuell trivial).
cmd/archivmail/cmd_status.go: neuer Check checkStoragePermissions
- Analog
checkEncryption/checkRetention: warnt (OK bleibttrue, kein Hard-Fail) wennstore_pathModus&0o077 != 0ist (Gruppe/Andere haben Zugriff).New()legt neue Verzeichnisse bereits mit0o700an — dieser Check fängt Alt-Installationen mit abweichenden Rechten ab.
Was bewusst NICHT geändert wurde
- Kein Zugriffspfad in
internal/api/liest direkt vom Dateisystem — alle Handler gehen überStore-Methoden. Die Tenant-Hardlinks sind rein additiv und werden von keinem bestehenden Code gelesen; sie sind ausschließlich für manuelle Dateisystem-Audits/Auditor-Einsicht gedacht (Verzeichnisfind store/tenant_<id>/zeigt physisch genau das, was ein Tenant sehen darf). - Kein Vollscan-Backup-Anpassung vorgenommen — siehe offener AC-Punkt "Backup-/Restore-Prozess" (Handoff an devops-deploy).
Offene Punkte / Handoff
- Messung Cross-Tenant-Dedup-Quote (AC aus Option B) noch nicht
durchgeführt — steht auf dem Testserver aus:
SELECT email_id, COUNT(DISTINCT tenant_id) FROM email_refs GROUP BY email_id HAVING COUNT(DISTINCT tenant_id) > 1; - Backup-Prozess-Check: devops-deploy sollte verifizieren, dass das
eingesetzte Backup-Tool Hardlinks erhält (z.B.
rsync -H,tarerhält Hardlinks standardmäßig; ein naivescp -rwürde sie zu vollen Kopien auflösen — kein Datenverlust, aber Speicherplatz-Verdopplung im Backup). migrate-tenant-dirseinmalig auf Produktiv ausführen nach Deploy, dann optional inupdate.shals informativer Hinweis (nicht automatisch bei jedem Deploy laufen lassen — reiner Backfill, macht nach dem ersten Lauf nichts mehr).- Kein lokaler
go build/go testmöglich (kein Toolchain im Arbeitsverzeichnis) — Build-/Testverifikation erfolgt separat auf dem Testserver.
Geänderte/neue Dateien
internal/storage/tenant_dirs.go(NEU)internal/storage/storage.go(Save,Delete— Hardlink-Wiring)cmd/archivmail/cmd_migrate_tenant_dirs.go(NEU)cmd/archivmail/main.go(Subcommand registriert)cmd/archivmail/cmd_status.go(checkStoragePermissions)docs/GOBD_DSGVO_CHECKLIST.md(Punkt 15, siehe separater Commit)
QA Test Results (2026-07-04, Testserver 192.168.1.132)
Build: CGO_ENABLED=0 go build ./cmd/archivmail/ auf 192.168.1.132 erfolgreich
(go1.24.4), 0 Fehler/Warnungen. Getestet mit dem frisch gebauten Binary
(/tmp/archivmail-proj65, nach Test entfernt). Hinweis: der laufende Dienst
auf 132 ist noch das alte 0.9.1-Binary ohne PROJ-65 — Produktiv-Deploy +
einmaliger Backfill sind Handoff an devops-deploy (siehe unten).
Testdaten-Hygiene: Backfill wurde als QA-Test auf dem echten Test-Store
gefahren (51304 Mails), danach die erzeugten store/tenant_<id>/-Verzeichnisse
und das Test-Binary wieder entfernt, da der laufende Dienst noch das alte Binary
ist (sonst inkonsistenter Zustand: Backfill-Links vorhanden, aber neue Mails ohne
Link). Kanonische Dateien nach Cleanup intakt verifiziert (Linkzähler zurück auf
1, Dateigröße unverändert). Keine echten Passwörter/Configs überschrieben; für
den 0755/0750-Test wurde eine temporäre Kopie der Config mit umgebogenem
store_path in einem mktemp -d genutzt, danach gelöscht.
Acceptance Criteria — Option B
| # | Kriterium | Ergebnis |
|---|---|---|
| B1 | store/ gehört archivmail-User, Modus 0700 | PASS — /var/archivmail/store = 700 archivmail:archivmail |
| B2 | archivmail status prüft Storage-Permissions, warnt bei zu offenen Rechten |
PASS — neuer Check Storage-Rechte erscheint in Text- und JSON-Ausgabe; 0700 → OK, 0755 + 0750 → WARN (nie Hard-Fail, Exit 0), 0700 → OK. Alle drei chmod-Fälle live verifiziert. |
| B3 | GoBD-Checkliste Punkt 15 umformuliert | PASS — Punkt 15 nennt PROJ-65, Hardlink-Dirs, Backfill, 0700-Überwachung, Defense-in-Depth-Einordnung |
| B4 | Messung Cross-Tenant-Dedup-Quote | PASS/erledigt — 8 von 51304 Mails mit >1 Tenant-Zuordnung (~0,016 %), bestätigt die Spec-Annahme "<1%" |
Acceptance Criteria — Option A
| # | Kriterium | Ergebnis |
|---|---|---|
| A1 | Hardlink-Erstellung bei Save (alle Dedup-Zweige) | PASS (via Backfill verifiziert) — Backfill legte 50015 Links an (== COUNT(*) email_refs), 0 Fehler. Save-Wiring code-reviewed (drei email_refs-INSERT-Stellen). Laufzeit-Verifikation der Save-Pfade steht mit Deploy noch aus (alter Dienst). |
| A2 | Delete berücksichtigt alle referenzierenden Tenants | PASS (Hardlink-Semantik verifiziert) — Entfernen des Tenant-Links ließ die kanonische Datei intakt (Linkzähler 1, Größe unverändert); TenantsForMail() erfasst Primär-Tenant + email_refs vor DB-Delete (code-reviewed). Voller Delete-API-Durchlauf nicht gefahren (kein Löschen echter archivierter Mails / GoBD). |
| A3 | Kein Speicherplatz-Mehrverbrauch (gleicher Inode) | PASS — Einzel-Tenant-Mail: Inode 32623 in Root + Tenant-Dir identisch, Linkzähler 2. Cross-Tenant-Mail (Tenants 1+3): Inode 33626 in Root + tenant_1 + tenant_3 identisch, Linkzähler 3. |
| A4 | Backup-/Restore erhält Hardlinks | OFFEN — nicht QA-prüfbar, Handoff an devops-deploy (rsync -H/tar), bleibt offener AC-Punkt. |
| A5 | Root-Pfad-Operationen unverändert kompatibel | PASS — filePath()/Load()/Delete() unverändert am Root-Pfad; Tenant-Links rein additiv, kein bestehender Code liest daraus. |
| A6 | Backfill-Subcommand idempotent | PASS — migrate-tenant-dirs in main.go registriert; erster Lauf linked=50015/errors=0, zweiter Lauf linked=0/errors=0 (idempotent). |
Tenant-Isolation / Sicherheit
- Tenant-Verzeichnisse werden mit 0700 angelegt (
MkdirAll(..., 0o700)) — live verifiziert (drwx------ archivmail:archivmailfür tenant_1/2/3). Kein Gruppen-/World-Zugriff, konsistent mit dem Defense-in-Depth-Ziel. - Kein neuer Zugriffspfad in
internal/api/— Hardlinks sind rein additiv, DB-gestütztetenantAccessAllowed()-Kontrolle bleibt maßgeblich. Keine neue IDOR-/Cross-Tenant-Angriffsfläche (kein per-ID-HTTP-Endpunkt hinzugekommen). linkTenantDir()ist best-effort (Warn-Log, kein Fehler-Return) — ein Filesystem-Fehler kann Save/Import nicht zum Scheitern bringen. Korrekt für eine additive Defense-in-Depth-Ebene.
Regression
Bestehende archivmail status-Checks (PostgreSQL, Manticore, Storage,
Encryption, Audit-Log, Retention) weiterhin unverändert funktional; der neue
Storage-Rechte-Check ist additiv und beeinflusst den Exit-Code nicht.
Bugs
Keine. Keine Blocker, keine Regressionen gefunden.
Handoff / offene Punkte (nicht QA-Blocker)
- devops-deploy: (1) Produktiv-Deploy des PROJ-65-Binaries, (2) danach
einmalig
archivmail migrate-tenant-dirsausführen, (3) Backup-Tool auf Hardlink-Erhalt prüfen (AC A4,rsync -H/tar). - Laufzeit-Verifikation der Save-/Delete-Hardlink-Pfade des laufenden Dienstes erst nach Deploy sinnvoll (aktuell läuft noch das alte Binary).
Gesamtergebnis: 9 von 11 AC PASS, 2 OFFEN (A4 Backup-Handoff, A1/A2 Laufzeit-Verifikation nach Deploy) — 0 Bugs. Empfehlung: freigeben für Deploy.
Deployment
2026-07-04, devops-deploy, Produktivserver 192.168.1.131
- Commit
a15fa37gepusht nachorigin/main(war lokaler HEAD, noch nicht auf Remote). bash /opt/archivmail/update.shauf 131 ausgeführt: Quellcode aktualisiert, Backend gebaut, Frontend gebaut, Cron-Jobs eingespielt, systemd-Units synchronisiert. Ergebnis:Backend ✓ läuft,Frontend ✓ läuft.- Backfill
archivmail migrate-tenant-dirs --config /etc/archivmail/config.ymlausgeführt:linked=0, errors=0. Kein Bug — auf 131 haben alle 151 Bestandsmailstenant_id = NULLundemail_refsist leer (0 Zeilen); Produktiv läuft aktuell ohne aktive Mandanten-Zuordnung, anders als der Testserver 132 (dort 51304 Mails mit Tenant-Zuordnung, dort lief der Backfill im QA-Test mitlinked=50015). Sobald auf 131 Mails einem Tenant zugeordnet werden (emails.tenant_idoderemail_refs), legtSave()die Hardlinks automatisch an; ein erneutermigrate-tenant-dirs-Lauf ist jederzeit gefahrlos wiederholbar. - Smoke-Test:
archivmail statuszeigt neuen Check[OK] Storage-Rechte /var/archivmail/store Modus 0700 — nur Owner-Zugriff.- Backend-Health
GET /api/health→ 200, FrontendGET /→ 200, beide systemd-Unitsactive. - Hardlink-Stichprobe (Inode-Vergleich bestehende Mail Root- vs. Tenant-Pfad)
nicht durchführbar auf 131, da mangels Tenant-Zuordnung keine
store/tenant_<id>/-Verzeichnisse angelegt wurden (erwartetes Verhalten, kein Fehlschlag). Die Hardlink-Semantik selbst wurde bereits im QA-Lauf auf 132 mit echten Tenant-Daten verifiziert (Inode-Gleichheit Root/Tenant-Pfad, Linkzähler korrekt), siehe QA Test Results oben.
- Backup-Prozess-Check (AC A4): Auf 131 existiert kein dediziertes
Backup-Tool/-Skript für
/var/archivmail/store— weder in/etc/cron.d/(nurarchivmail-Cron mit OCR-Pause, Purge, Reindex-Backlog, Reconciliation, keine Backup-Zeile), noch als systemd-Timer, noch als eigenständiges Skript unter/opt/archivmailoder/usr/local/bin. Die Hardlink-Erhalt-Frage (rsync -Hvs.tarvs. naivescp -r) ist damit aktuell gegenstandslos, weil es noch keinen Store-Backup-Prozess gibt — das ist ein eigenständiger, vom PROJ-65-Deploy unabhängiger offener Punkt und bleibt hier als Hinweis stehen, nicht selbst behoben (kein Backup-Skript angelegt). - Restrisiko/offene Punkte für spätere Sprints:
- Store-Backup-Prozess für 131 fehlt komplett (nicht PROJ-65-Scope, aber im Zuge dieses Deploys aufgefallen — sollte als eigenes Ticket nachgezogen werden, inkl. Hardlink-Erhalt-Vorgabe für PROJ-65).
- Save-/Delete-Hardlink-Pfade des jetzt laufenden Produktiv-Binaries sind auf 131 mangels Tenant-Zuordnung noch nicht mit echten Live-Daten beobachtet worden (nur code-reviewed + auf 132 mit echten Daten verifiziert).