feat(archive): RET-02 Aufbewahrungsfristen-Engine

internal/retentionengine: Frist je Aufbewahrungsklasse als natives
Postgres-INTERVAL, Stichtagsberechnung an Postgres delegiert statt
eigener Kalenderrechnung (Schaltjahr/Monatsende-Referenzwerte real
verifiziert: 2024-02-29+1y=2025-02-28, 2026-01-31+1mo=2026-02-28).
Periodischer Job (ListExpiringObjects) beschraenkt sich per DISTINCT ON
auf die juengste Klassenzuordnung je Objekt - sonst wuerden Objekte mit
mehrfach geaenderter Klasse (RET-01-Historisierung) doppelt auftauchen,
real mit einem Zwei-Zuordnungen-Testobjekt bewiesen. Scope bewusst eng
gehalten: keine RET-05-Anbindung, keine Vernichtungslogik - das ist
Ticket-Scope, dependsOn ist nur RET-01.
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sysops
2026-08-30 01:54:48 +02:00
parent 0db32007ba
commit 2c9a7482b6
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@@ -0,0 +1,69 @@
# RET-02 Prüfprotokoll: Aufbewahrungsfristen-Engine
Voraussetzung RET-01 erledigt, siehe eigenes Protokoll.
**Scope-Klarstellung:** Dieses Ticket ist die Fristen-BERECHNUNGS-Engine
(Frist je Klasse, Stichtagsberechnung, periodischer Ablauf-Job) —
`dependsOn: ["RET-01"]`, KEINE Abhängigkeit auf RET-05. Die DMS-/Mail-
seitige Registrierung als RET-05-Adapter-Konsument sowie
Vernichtungs-Job-Fehlerbehandlung (2xx/Requeue) sind NICHT Teil dieser
Kachel — das ist ein späteres, eigenes Ticket (vermutlich im
ARC-*/DOC-*-Umfeld). Bewusst nicht mitgebaut, um nicht über den
Ticket-Umfang hinaus zu implementieren.
## Grundsatzentscheidung: Postgres-INTERVAL statt eigener Kalenderrechnung
`retention_class_rules.duration` ist ein natives Postgres-`INTERVAL`
(z. B. `'10 years'`, `'6 months'`) — `ComputeDueDate` delegiert die
gesamte Stichtagsberechnung an Postgres selbst (`start + duration`),
statt eine eigene Schaltjahr-/Monatsende-Logik in Go nachzubauen, die
von der WHERE-Klausel des periodischen Jobs (dieselbe Arithmetik)
abweichen könnte. Referenzwerte für Akzeptanzkriterium 2 real gegen
Postgres verifiziert, nicht angenommen:
`2024-02-29 + 1 year = 2025-02-28`, `2026-01-31 + 1 month = 2026-02-28`.
## Umsetzung
- `migrations/0004_retention_class_rules.up.sql`/`.down.sql`.
- `internal/retentionengine.ConfigureClassRule` — eine Regel je Klasse
(`UPSERT`).
- `internal/retentionengine.ComputeDueDate` — delegiert an Postgres.
- `internal/retentionengine.ListExpiringObjects` — periodischer Job:
`DISTINCT ON (retention_object_id)` auf die JÜNGSTE Klassenzuordnung
beschränkt, sonst würde ein Objekt mit mehrfach geänderter Klasse
(RET-01s Historisierung) mehrfach im Ergebnis auftauchen.
## Prüfungen
| # | Prüfung | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1 | Fristberechnung an Referenzdaten mit bekannten Ablaufdaten geprüft | **bestanden**`TestComputeDueDate_KnownReferenceDates`: Schaltjahr (29.02.2024 + 1 Jahr → 28.02.2025) und Monatsende (31.01.2026 + 1 Monat → 28.02.2026), beide Werte vorab real gegen Postgres verifiziert |
| 2 | Job liefert bei leerem Bestand ein leeres, nicht fehlerhaftes Ergebnis | **bestanden**`TestListExpiringObjects_EmptyBacklogReturnsEmptyNotError` |
| 3 | Mehrfachausführung des Jobs erzeugt keine doppelten Einträge | **bestanden**`TestListExpiringObjects_NoDuplicatesAcrossHistoricalClassChanges`: Objekt mit ZWEI historischen Klassenzuordnungen (beide abgelaufen), zwei Job-Läufe liefern je genau 1 Eintrag — ohne die `DISTINCT ON`-Einschränkung wäre es 2 gewesen |
## Echte Verdrahtung auf 192.168.1.131
- Migration real gegen `dms_tenant_test` angewendet — `retention_class_rules`
bestätigt vorhanden neben `retention_objects`/`retention_class_assignments`
- Kein systemd-Timer in diesem Ticket — "periodischer Job" ist die
Bibliotheksfunktion `ListExpiringObjects`; ihr tatsächlicher
Aufrufer/Zeitplan (systemd-Timer + Meldeweg für abgelaufene Objekte)
ist Aufgabe eines Folgetickets, das auch die Vernichtungslogik selbst
bringt (dieses Ticket berechnet nur, wer fällig ist — vernichtet
nichts)
## Build/Test-Ergebnis (192.168.1.131, `make check`)
```
go build ./... -> clean
go vet ./... -> clean
golangci-lint run ./... -> 0 issues
go test ./... -p 1 -count=1 -> 10/10 Pakete mit Tests ok, 0 Fehlschläge
```
## Gesamtergebnis
**Bestanden.** Alle drei Akzeptanzkriterien und alle drei
Pflichtprüfungen real erfüllt — Stichtagsberechnung gegen real
verifizierte Postgres-Referenzwerte, Job-Idempotenz gegen ein Objekt mit
echter Mehrfach-Historie bewiesen (nicht nur behauptet).