Co-Authored-By: Claude Sonnet 5 <noreply@anthropic.com> Claude-Session: https://claude.ai/code/session_01L85hmKbvX7Cqkq47KnQhFt
7.9 KiB
Prompt 01 – Anforderungsanalyse
Projekt: Ressourcen- und Materialmanagement, Bereich Rettungsdienst/KatS als erster Anwendungsfall (11_systemumfang_ressourcenmanagement). Noch keine technische Umsetzung — reine fachliche Zusammenfassung.
1. Ausgangslage
Heute: Papierlisten pro Rucksack/Fahrzeug (Beispiele: Handball Rucksack, Rettungsrucksack, Rucksack PAX SEG). Mitarbeiter kontrolliert, zählt, tauscht abgelaufenes Material, trägt Abweichung ein, unterschreibt, Papier wird abgeheftet. Ziel: dies weitgehend digital ersetzen, ohne dass Fehlbestände vergessen werden können.
2. Funktionale Anforderungen
Muss
- Digitale Erfassung von Materialbeständen je Ressource (Rucksack, Fahrzeug, später weitere Objekttypen).
- Digitale Durchführung von Kontrollen: Ist-Menge je Position erfassen, Abweichungen sichtbar machen.
- Automatisches Anlegen eines Fehlbestand-Vorgangs bei jeder festgestellten Mindermenge — auch bei sofortiger Nachfüllung (Karte 07: entsteht + wird sofort erledigt, mit Historie).
- Fehlbestand bleibt als eigener, offener Vorgang bestehen, unabhängig vom Abschluss der Kontrolle.
- Besatzung kann fehlendes Material selbst aus dem Lager nachfüllen und dies dokumentieren.
- Fehlbestand gilt erst als erledigt, wenn tatsächlicher Bestand wieder vollständig ist (nicht durch bloße Genehmigung).
- Genehmigung von Mindermengen durch berechtigte Rollen (Materialverantwortlicher/Leitungsverantwortlicher), OHNE dass sich dadurch die tatsächliche Ist-Menge ändert (Karte 08: Genehmigung gilt automatisch bis zur nächsten Kontrolle).
- Materialverantwortlicher kann Sollmengen/Beladungsvorlagen ändern (Karte 03).
- Mitarbeiter meldet nur Ist-Menge, keine Stammdaten-Änderung (Karte 02).
- Administration verwaltet Ressourcen, Vorlagen, Materialstamm, Benutzer, Zuständigkeiten (Karte 04: Zuständigkeiten flexibel durch Admin einteilbar, n:m Verantwortlicher↔Standort/Objekt).
- Duplizieren von Ressourcen/Vorlagen als Grundlage für neue Objekte, mit anschließend voller Editierbarkeit; Zustandsdaten (Bestand, SN, Chargen, offene Fehlbestände, Historie) werden NICHT mitkopiert.
- Individuelle Abweichung eines konkreten Objekts von seiner Vorlage muss möglich und nachvollziehbar sein.
- Verantwortlichen-Dashboard mit offenen Fehlbeständen, genehmigten Mindermengen, Filtermöglichkeiten (Standort, Objekt, Material, Alter).
- Benachrichtigung bei neuem Fehlbestand: Dashboard + E-Mail (Karte 05).
- Vollständige Historie/Audit: wer, was, wann, alter/neuer Wert, Begründung.
- Echtes Benutzerkonto mit Login (Passwort/PIN) für alle Rollen (Karte 09).
- Bedienbarkeit sowohl auf PC als auch auf Smartphone/Tablet (Karte 06).
- Zuweisung von Kontrollverantwortung an Einzelperson oder Gruppe möglich, ohne dass dies andere Mitarbeiter von der Kontrolle ausschließt (Karte 01).
Soll
- Ablaufdaten/Chargen-Unterstützung inkl. Warnzeiträume (Prompt 14, später vertieft).
- Erweiterbarkeit des Materialstamms um Medikamente, Geräte mit Seriennummer, Chargen.
- Objekt- und Geräte-Code-Feld (ID für spätere QR/Barcode-Nutzung) bereits im Datenmodell vorsehen (Karte 10).
- Zeitstempel "Fehlbestand entstanden am" für spätere Eskalationslogik vorsehen (Karte 12).
Kann (spätere Ausbaustufen, nicht MVP)
- QR-/Barcode-Scan für Direktzugriff auf Objekt bzw. automatische SN-Erkennung (Roadmap, Karte 10).
- Automatische Eskalation offener Fehlbestände an Leitungsverantwortliche nach konfigurierbaren Fristen (Roadmap, Karte 12).
- Lagerverwaltung mit eigenen Lagerorten/Mindestbeständen, getrennt von Objektbestand (Prompt 15).
- Offline-fähige mobile Nutzung mit Synchronisierung (Prompt 17).
- Push-Benachrichtigungen (bewusst nicht in V1, Karte 05).
- Generische Ausweitung auf weitere Ressourcentypen (Zelte, Feldbetten, Stromerzeuger, Funkgeräte, Betreuungsmaterial) über bereits vorbereitete Bereichs-/Kategorie-Dimension (Karte 11).
3. Nichtfunktionale Anforderungen
- Nachvollziehbarkeit/Auditierbarkeit hat hohe Priorität (Rettungsdienst-/KatS-Kontext, Verantwortlichkeit im Einsatzfall).
- Bedienung muss im Einsatzumfeld schnell und mit wenig Tipparbeit möglich sein (Prompt 11).
- System muss für mehrere Standorte/Wachen gleichzeitig nutzbar sein, mit flexibler, nicht starrer Organisationsstruktur (Karte 04).
- Erweiterbarkeit ohne Grundmodell-Umbau ist ausdrückliches Designziel (Medikamente, Geräte, Prüfungen, Lagerbestände, weitere Ressourcentypen).
- Datensicherheit: echte Authentifizierung, Rollen-/Rechtetrennung.
- Verfügbarkeit auf gängigen Endgeräten (PC, Smartphone, Tablet) ohne getrennte Codebasis-Pflicht.
4. Angenommene Rahmenbedingungen (Annahmen)
- Rettungsdienst/KatS ist der erste produktive Bereich, System aber von Anfang an bereichsoffen modelliert (Karte 11).
- Es gibt mehrere Standorte/Wachen mit potenziell unterschiedlichen Verantwortlichkeiten (Karte 04).
- Mengenangaben aus bestehenden Excel-Listen (Artikel, Menge, Artikelnummer, teils Seriennummer) bilden den fachlichen Ausgangsdatensatz für Materialstamm und Vorlagen.
- Netzabdeckung im Einsatzumfeld ist nicht durchgängig gesichert (Offline-Frage bleibt in Prompt 17 vertiefend zu klären).
5. Risiken
- Vermischung von "genehmigter Mindermenge" und "tatsächlichem Bestand" wäre fachlich falsch und sicherheitskritisch (ausdrücklich zu verhindern, siehe
reihenfolge.md) — hohe Sorgfalt bei Statusmodell in Prompt 03/04 nötig. - Zu frühes technisches Design (Datenbank/UI) vor Abschluss 01–05 kann zu Fehlannahmen führen, die teuren Umbau erfordern (deswegen strikte Reihenfolge).
- Generischer Ressourcenansatz (Karte 11) kann Komplexität erhöhen, wenn nicht sauber von MVP-Umfang (Prompt 18) getrennt.
- Fehlende/inkonsistente Netzabdeckung im Einsatz kann Datenverlust oder Doppelerfassung verursachen, falls Offline-Konzept (Prompt 17) nicht sauber gelöst wird.
- Kein Push in V1 (Karte 05) kann bei zeitkritischen Fehlbeständen zu Verzögerung führen, falls Verantwortlicher E-Mail/Dashboard nicht zeitnah prüft — als bekanntes Risiko für Roadmap (Eskalation, Karte 12) vermerkt.
6. Offene Fragen (vor Prompt 02–05 weiter zu klären)
Muss zugewiesene Kontrollverantwortung (Karte 01) eine Pflichtkontrolle erzwingen, oder bleibt sie reine Sichtbarkeits-/Priorisierungshilfe?Geklärt: reine Sichtbarkeits-/Priorisierungshilfe, kein Zwang. Schutzmechanismus gegen Doppelarbeit ist die Objekt-Sperre (Prompt 02.8), nicht die Zuweisung.Kann ein Objekt mehrere gleichzeitig zuständige Verantwortliche haben, und vererbt sich Zuständigkeit vom Standort automatisch auf alle dortigen Objekte (Karte 04)?Geklärt: ja, mehrere Verantwortliche gleichzeitig möglich (n:m). Standort-Zuordnung vererbt sich automatisch auf alle Objekte an diesem Standort; zusätzliche objektspezifische Zuordnung ist eine feinere Ergänzung, kein Widerspruch.- Wie granular soll der Objekttyp/Kategorie-Baum sein (Karte 11) — flache Liste (Rettungsdienst, Betreuung, Technik, ...) oder hierarchisch mit Unterkategorien? (weiterhin offen, unkritisch für Schema — Kategorie hat bereits optionale Selbstreferenz für Hierarchie, Prompt 20)
Welche Kontrollintervalle/Fristen sind organisatorisch vorgesehen (täglich, wöchentlich, nach Einsatz)?Geklärt: V1 hat KEINE eigene Kontrollintervall-/Fälligkeitslogik. Einzige System-getriebene Aufforderung zur Kontrolle ist der bereits bestehende Ablaufdatum-Mechanismus (Prompt 14: bald ablaufend/abgelaufen). Reguläre Kontrollintervalle bleiben rein organisatorisch (Dienstplan/Anweisung), vom System nur dokumentiert (Zeitpunkt letzte Kontrolle sichtbar), nicht berechnet oder erzwungen.
Referenzen
Arbeitskarten: 01_rollen_zuordnung, 02_rechte_stammdaten, 03_sollmengen_recht, 04_organisationsstruktur, 05_benachrichtigungen, 06_geraet_pc_mobil, 07_sofort_nachfuellung, 08_mindermenge_gueltigkeit, 09_authentifizierung, 10_qr_barcode, 11_systemumfang_ressourcenmanagement, 12_eskalation